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Die Kohlmeise

Beschreibung

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Mit einer Körpergröße von 13 - 15 cm und einem Gewicht von 14 - 22 g zählt die Kohlmeise (Parus major) zu den kleineren, aber auffälligsten Erscheinungen der deutschen Vogelwelt. Sowohl Männchen, als auch Weibchen weisen eine typische gelb-schwarze Färbung auf. Die Geschlechter lassen sich am Besten anhand der Ausprägung des schwarzen Brustbandes unterscheiden; Männchen haben ein breiteres und ausgeprägteres Brustband. Außerdem weisen die Männchens im Kopfbereich sowie am Brustband eine bläulich schimmernde Schwarzfärbung auf, während die Weibchen matter gefärbt sind. Die Unterseite weist eine sattgelbe (Männchen) bis mattgelbe (Weibchen) Färbung auf, die im Laufe der Saison ausbleicht. Charakteristisch sind auch die weißen Wangenflecken, die von der schwarzen Färbung des restlichen Kopfes sauber eingefaßt sind.

Verbreitung

Die Kohlmeise ist in ganz Eurasien verbreitet. Ausnahmen bilden Island, einige Hochgebirge Skandinaviens und das nördliche Rußland. Die Kohlmeise zählt in Europa zu den Jahres- und Standvögeln. Gelegentlich werden jedoch Einflüge von nördlichen und östlichen Populationen beobachtet.

Lebensraum

Die Kohlmeise wird meist in Wäldern, Parks, Feldgehölzen, Obstanlagen, Gärten, Hecken und Heiden beobachtet. Zu Beginn des Frühjahrs werden die Männchen territorial und verteidigen Brutgebiete gegenüber anderen Männchen. Für die Brut bevorzugen sie Laub- und Mischwäldern wegen eines hohen Nahrungsaufkommens. Als Nistplatz bezieht die Kohlmeise mit Vorliebe alte, morsche Baumstümpfe und verlassene Spechthöhlen.  

Als ursprünglicher Waldvogel hat die Kohlmeise in den letzten Jahrzehnten erfolgreich unsere Städte erobert und ist derzeit der häufigste Gartenvogel Deutschlands.

Ernährung

Die bevorzugte Nahrung sind Insekten und deren Larven, sowie Spinnen. Insbesondere während der Brutzeit sind die Nestlinge auf proteinhaltige Nahrung angewiesen. Aber auch Beeren, verschiedene Samen und Nüsse zählen zur Nahrungsgrundlage der Kohlmeise.

Gesang

Wie bei (fast) allen Singvögeln Europas singen nur die Männchen. Der Gesang der Kohlmeise besteht aus kurzen, rhythmisch wiederholten Strophen. Neben dem typischen dreisilbigen Motiv "zi-zi-bä-zi-zi-bä..." verfügen Kohlmeisen über ein reichhaltiges Repertoire an Gesangsmotiven. Charakteristisch ist der Tonhöhenwechsel voll tönender, kräftiger Elemente. Jedes Männchen verfügt über ein Repertoire von bis zu 6 verschiedenen Strophentypen, die mehrfach wiederholt gesungen werden, bevor zu einer neuen Strophe gewechselt wird. Der Gesang der Männchen wird von bevorzugten Singplätzen im Territorium vorgetragen. Der Gesang setzt kurz nach der Morgendämmerung ein und erreicht seine höchste Intensität etwa eine Viertel- bis halbe Stunde später.

Neben dem Gesang ist eine weitere Form der Lautäußerung das Rufen, das von beiden Geschlechtern vorgetragen wird. Kohlmeisen verfügen über ein reichhaltiges Rufrepertoire das meist in Alarmsituationen zum Einsatz kommt. Bei Erscheinen eines Greifvogels beispielsweise ertönt häufig ein hohes gedehntes "siii". Bei Störung am Nest werden häufig die Alarmrufstrophen "si pink dädädädä" oder "zi detdetdet" vorgetragen.

Verhalten

Die Kohlmeise verhält sich meist auffällig und wird häufig in der Nähe des Menschen angetroffen. Als tagaktiver Vogel liegt die höchste Aktivität der Kohlmeise in den frühen Morgenstunden. Außerhalb der Brutzeit gibt es zudem Abends ein zweites Aktivitätsmaximum. Im Winterhalbjahr nächtigen Kohlmeisen in Höhlen (häufig in Nistkästen). Ab dem Frühjahr nimmt diese Neigung ab.

Bald nach dem Flüggewerden schließen sich junge Kohlmeisen unterschiedlicher Bruten zu Trupps mit einer Größe von bis zu 30 Individuen zusammen. Diesen Trupps können auch adulte Tiere beiwohnen. Innerhalb der Trupps bilden sich ausgeprägte hierarchische Strukturen aus. Die Trupps durchstreifen den Winter über große Gebiete, um auf Nahrungssuche zu gehen. Die Nahrungssuche im Schwarm bietet mehr Effizienz und verringert für das Individuum das Risiko vor Freßfeinden.

Kohlmeisen können sich bereits ein Jahr nach dem Flüggewerden fortpflanzen. Zu Beginn der Brutzeit etablieren Männchen ein Territorium und verteidigen dieses gegenüber Artgenossen. In dieser Zeit treten zwischen Kohlmeisen häufig Auseinandersetzungen auf, die hauptsächlich durch akustische Interaktionen gelöst werden. Oft werden gesangliche Dispute von bestimmten Körperhaltungen begleitet, bei denen prägnante Gefiedermerkmale, wie beispielsweise das schwarze Brustband, präsentiert werden. Das Imponierverhalten kann zu einem Rückzug des Rivalen, seltener aber auch zu Kämpfen führen. Oft beginnen Kämpfe in der Luft bis die Vögel auf den Boden fallen, sich mit den Füßen ineinander verkrallen und aufeinander einhacken. Die Schnabelhiebe zielen dabei auf den Kopf des Rivalen. Kämpfe sind meist kurz und dauern allenfalls 30–50 Sekunden.

Fortpflanzung

Die Kohlmeise zählt zu den Höhlenbrütern und baut ihr Nest vornehmlich in Baumhöhlen, Nistkästen oder anderen geeigneten Hohlräumen. Beim Nestbau sind sowohl Männchen, als auch das Weibchen involviert.

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Brütendes Weibchen

 

Kohlmeisenweibchen legen in der Regel 8 - 13 rötlich gefleckte weiße Eier. Erst nachdem alle Eier gelegt sind, werden die Eier (ausschließlich) vom Weibchen 13 - 14 Tage bebrütet. Nach dem Schlüpfen werden die Jungtiere (Nestlinge) von beiden Eltern mit Insekten, Larven und Spinnen gefüttert.

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Eier und frisch Geschlüpfte Nestlinge.

 

Nach 16 - 22 Tagen sind die Nestlinge flügge und verlassen das Nest.

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Nestlinge kurz vorm Flüggewerden.